Prüfungsangst: Nervosität beim Sprechen

Prüfungsangst: Nervosität beim Sprechen

 

Manchmal ist die Prüfungsangst so groß, dass man bei der Prüfung keinen geraden Satz herausbringt. Was man gegen Nervosität beim Sprechen tun kannt, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

 

Jasmina sollte bei der B1-Prüfung etwas über sich erzählen. Was dabei herauskam, war die Aufzählung demographischer Angaben: Geburtsort: Belgrad, Wohnort: Wien, Alter: 27. Das war dem Prüfer zu wenig. Doch Jasmina schaffte es einfach nicht, aus sich herauszukommen. Die Prüfungsangst war zu groß, sie war viel zu nervös. Obwohl Jasmina eigentlich viel über sich zu erzählen hätte. In einer lockeren Runde könnte sie es auch. Bei der Prüfung schaffte sie es jedoch nicht.

„Viele unserer Schüler haben ein gutes Niveau beim Sprechen. Bei der Prüfung schaffen sie es dann aber nicht, zu zeigen, was sie können.“
Theresa Wuertz, Deutschlehrerin an der CIB-Sprachschule, kennt das Problem zu gut.

Eine gesunde Portion Nervosität

 

Das Problem der Nervosität beim Sprechen haben nicht nur die Sprachschüler der CIB Sprachschule. Viele Menschen, die aus beruflichen oder anderen Gründen vor anderen sprechen müssen, tun sich schwer. Dabei ist Nervosität grundsätzlich nicht schlecht. Eine gesunde Portion Nervosität gehört einfach dazu. Selbst Profis, die regelmäßig vor Publikum sprechen, berichten davon. Gäbe es kein Kribbeln im Bauch, würde ihnen ihr Job gar keinen Spaß mehr machen. Doch da ist auch die andere Art der Nervosität: Diese lähmt, anstatt zu beflügeln. Wenn das bei einer Prüfung passiert, ist die Gefahr groß, dass, man sie nicht schafft.

 

Strategien gegen Prüfungsangst

 

Was also tun, um bei der nächsten Prüfung freier zu sprechen? Jasmina hat mit Hilfe ihrer Sprachlehrerin gelernt, besser mit ihrer Nervosität umzugehen. „Eine gute Vorbereitung ist das A und O“, sagt Theresa Wuertz. Wie so oft gilt auch bei Nervosität beim Sprechen: Übung macht den Meister. Nur wer viel übt, kann besser werden. Wir haben Tipps, wie Sie das Sprechen effektiv üben können:

 

1) Von anderen lernen

Bestimmt fällt Ihnen eine Person aus der Öffentlichkeit ein, die gut vor Publikum sprechen kann. Schauen Sie sich ein paar Videos an und notieren Sie, was Ihnen besonders positiv auffällt. Das kann etwa die Körperhaltung sein, die Mimik, die Stimmlage, Gesten usw.

 

2) Sich bewerten lassen

Nun gehen Sie einen Schritt weiter. Bitten Sie  Ihre Sprachlehrerin, Ihnen mögliche Prüfungsfragen vorzuschlagen. Nachdem Sie die Antworten gelernt haben, bitten Sie  Freunde oder Familienmitglieder, die Prüfungssituation mit Ihnen durchzuspielen. Filmen Sie sich dabei – mit den Smartphones ist das heutzutage kein Problem mehr. Denken Sie dabei an die positiven Dinge, die Ihnen von den professionellen Rednern in Erinnerung geblieben sind.

Ihr Publikum sollte Sie im Anschluss bewerten. Auch Sie selbst können nach der Aufnahme sehen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Vielleicht hatten Sie keinen Blickkontakt mit Ihren Zuhörern oder Sie haben zu schnell gesprochen? Beim nächsten Mal können Sie das besser machen.

 

3) Mentale Vorbereitung

Die meisten Dinge im Leben spielen sich im Kopf ab. Daher können Sie sich folgendermaßen mental auf die Prüfung vorbereiten:

  • Durch regelmäßiges Üben werden Sie Selbstvertrauen erlangen und gut vorbereitet sein.
  • Seien Sie sich bewusst, dass auch etwas schiefgehen kann und Sie die Nerven dann nicht verlieren dürfen.
  • Sie sollten vor der Prüfung ausreichend schlafen und gut essen. Gesundes Essen ist Kraftfutter fürs Gehirn!
  • Bestimmen Sie ein Ritual, das Sie jedesmal vor der Prüfung oder einer anderen Situation, in der Sie vor anderen sprechen müssen (z.B. beim Bewerbungsgespräch) machen. Das kann Meditieren oder Musikhören sein. Sie können sich auch vorstellen, wie Sie die Prüfung bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Während der Prüfung:

 

  • Nehmen Sie eine aufrechte, sichere Körperhaltung ein. Dann fühlen Sie sich auch  mental sicherer. Außerdem kann man so besser ein- und ausatmen.
  • Sprechen Sie besonders zu Beginn langsam und mit sicherer Stimme. Wer nervös ist, neigt dazu, zu schnell und zu leise zu sprechen.
  • Falls Sie sich versprechen, fangen Sie den Satz bewusst noch einmal von vorne an: „Anders formuliert…“
  • Suchen Sie immer wieder den Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner.

 

Aus all den angeführten Ratschlägen können Sie Ihre persönliche Strategie gegen Nervosität beim Sprechen kreieren. Merken Sie sich eines: Nervosität ist nicht nur negativ. Wer sich die Nervosität zum Freund macht, nutzt die Energie, die von ihr ausgeht, positiv aus.

 

Wir hoffen, dass dieser Beitrag Ihnen zu mehr Erfolg beim Lernen verhilft. Wollen Sie noch mehr davon? Dann melden Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an:

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