Ken Robinson: Potential erkennen und entfalten

Ken Robinson: Potential erkennen und entfalten

Kleine Kinder haben keine Angst, Fehler zu machen. Sie lassen ihrer Kreativität freien Lauf – wenn man sie lässt. Leider werden diese Eigenschaften im Laufe ihres Lebens sehr schnell eingeschränkt. Es ist jedoch nie zu spät, das Kind in uns zu befreien und endlich der zu sein, der man schon immer sein wollte.

Ken Robinson zitiert Pablo Picasso: „Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist, ein Künstler zu bleiben, wenn du erwachsen bist.“

Unser Bildungssystem verurteilt Fehler und „arbeitet“ an Schwächen, anstatt Stärken zu fördern. Früher galt die Regel: Wer einen Abschluss hat, bekommt einen Job. Heute ist das nicht mehr so. Trotzdem ist das Bildungssystem fast gleich geblieben. Wer heute und in Zukunft erfolgreich sein will, braucht mehr als nur einen Abschluss. Mit Erfolg ist an dieser Stelle aber nicht nur finanzielle Sicherheit gemeint, sondern auch persönliches Glück, das nichts mit materiellen Werten zu tun hat.

Weltkarriere statt ADHS

In seinem TED-Talk aus dem Jahr 2006 erzählt der renommierte britische Pädagoge Ken Robinson eine Anekdote aus dem Leben der britischen Primaballerina Gillian Lynne (1926 – 2011) Diese macht uns klar, wie positiv sich das Leben eines Kindes entwickeln kann. Vorausgesetzt, man lässt es seine Potentiale entfalten.

Gillian hatte Probleme in der Schule. Sie konnte einfach nicht still sitzen. Daher brachte ihre Mutter sie zu einem Arzt. Nachdem der Arzt sich die Geschichte der Mutter angehört hatte, bat er die kleine Gillian, kurz allein im Zimmer zu bleiben. Er sagte, er wollte mit der Mutter unter vier Augen sprechen. Der Arzt drehte das Radio auf, bevor sie das Zimmer verließen. Dann bat er die Frau, ihre Tochter durch ein verstecktes Fenster zu beobachten. Gillian tanzte zu der Musik und die Lösung des „Problems“ war offensichtlich: Gillian war eine Tänzerin.

Der Arzt ermutigte die Mutter, das Mädchen in einer Tanzschule anzumelden. Das tat sie dann auch und Gillian wurde eine erfolgreiche Künstlerin. Sie hat sogar die bekanntesten Broadway-Musicals „Cats“ und „Phantom der Oper“ choreografiert. Ganz nebenbei wurde sie Multimillionärin, indem sie das tat, was sie liebte.

Eine große Portion Glück gehörte dazu, dass Gillian ihr Potential entfalten und ausleben konnte. In der heutigen Zeit wäre bei Gillian womöglich ADHS diagnostiziert worden. Im schlimmsten Fall hätte sie Medikamente bekommen und gelernt, sich anzupassen und still zu sitzen. Man hätte an ihren Schwächen gearbeitet, anstatt ihre Stärken zu erkennen und zu fördern.

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Jeder hat seine eigenen Potentiale

Aus Gillians Geschichte können wir auch lernen, dass vermeintliche Schwächen gar keine Schwächen sind. Wir konzentrieren uns zu sehr auf das, was wir nicht können, anstatt unsere Stärken und Talente auszuleben. Oft werden die Potentiale von Kindern leider im Keim erstickt. Manche vergessen ihre Träume, doch andere leiden ihr Leben lang darunter, dass sie nie das gemacht haben, was sie wirklich wollten. Wahrscheinlich wird man mit 30 oder 40 Jahren keine Primaballerina mehr.

Doch wer die Leidenschaft zum Tanzen oder für etwas anderes in sich trägt, der sollte sie in irgendeiner Form auch ausleben. Manche Leute fangen zum Beispiel erst an zu studieren, wenn sie schon in Pension sind. Sie beweisen: Es ist nie zu spät, seine Träume zu verwirklichen.

Wer mehr zum Thema erfahren will, dem empfehlen wir, sich den TED-Vortrag von Sir Ken Robinson in voller Länge anzusehen (man kann Untertitel in verschiedenen Sprachen auswählen):

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